Weitergehen und hinter sich lassen - Teil 2 - Dr. Joe Dispenza
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„Wenn wir in der Vergangenheit leben, verschlafen wir die Gegenwart!“ – Dr. Joe Dispenza

Teil II: Hinter sich lassen

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Wenn eine Beziehung in die Brüche geht, schieben wir schnell dem bzw. der anderen die Schuld dafür in die Schuhe, erschaffen unzählige Gründe dafür, warum es nicht funktioniert hat, machen den Partner oder uns selbst dafür verantwortlich. Dadurch kehren wir allerdings unbewusst wieder zu unseren alten Programmierungen zurück, die uns zum Opfer anstatt zum Schöpfer unseres Lebens gemacht haben. Aus objektiver biologischer Perspektive bedeutet dieser automatische Denkprozess, dass wir einem anderen Menschen oder etwas Äußerem die Kontrolle über unser Denken und Fühlen überlassen.

Wir alle haben Traumata und Verluste erlitten, wurden verraten, hatten Angst und Zweifel und durchlebten die „dunkle Nacht der Seele“. Doch irgendwann, wenn es hart auf hart kommt, müssen wir uns entscheiden – ist der Verlust das Ende unseres Lebens oder ein Neuanfang? Letztendlich läuft es darauf hinaus, dass wir die Wahl haben und eine Entscheidung treffen müssen.

Entscheidest du, dass das der Anfang deines neuen Lebens ist, musst du die schmerzlichen Emotionen hinter dir lassen und sie gegen die Emotionen eintauschen, die du in deiner nächsten Beziehung bzw. deiner nächsten Erfahrung erleben möchtest. Dadurch füllst du die Lücke, die durch den Verlust entstanden ist, mit der Energie deiner Zukunft, anstatt deine Energie an jemanden zu verschwenden, mit dem du nicht mehr in Beziehung stehst, denn deine Energie folgt deiner Aufmerksamkeit.

Je stärker also die Emotionen sind, die du spürst, desto mehr von deiner Aufmerksamkeit richtest du auf diese Person, die mit der vergangenen Erfahrung verbunden ist. Dadurch gibst du deine Kraft zu einem Großteil an diese Person ab – lebenswichtige Energie, mit der du etwas Neues erschaffen könntest. Und wenn deine Energie deiner Aufmerksamkeit folgt und du deine Aufmerksamkeit auf diese vertrauten Emotionen richtest, dann ziehst du deine Energie aus dem gegenwärtigen Moment in die Vergangenheit. Und natürlich gilt: Wenn wir in der Vergangenheit leben, verschlafen wir die Gegenwart! Doch wenn du es schaffst, die intensiven Emotionen deiner vergangenen Beziehung hinter dir zu lassen, holst du dir deine Kraft zurück, weil du deine Aufmerksamkeit bzw. dein Denken nicht mehr länger auf diese Person bzw. die dazugehörigen Emotionen richtest, die dich fest in der Vergangenheit verankern. Wenn du dich von diesen vergangenen Emotionen befreist, setzt du Energie frei, mit der du in deinem Leben etwas Neues erschaffen kannst.

Gesunde Menschen, die solche Moment als den Beginn ihres Lebens und nicht als das Ende betrachten, werden (auf konstruktive Weise) alles unternehmen, um den Schmerz zu überwinden, und sobald sie das schaffen, taucht immer etwas Größeres auf. Und wenn diese größere Chance bzw. bessere Situation in deinem Leben auftaucht, erkennst du, dass der Schmerz und das Leiden ein Weckruf waren, damit du dir klar darüber wirst, was du wirklich möchtest, und dass die Beziehung, die du erlebt hast, eine Chance für dich war, einen Kreislauf bzw. eine unterbewusste Programmierung zu beenden. Damit füllst du diesen Mangel mit deinem Selbstwertgefühl und dem Gefühl der Ganzheit auf. Lebst du von diesem Punkt aus, kreierst du Entsprechendes, anstatt genau das Gegenteil davon. Tust du das dagegen nicht, dann erzeugst du einfach nur immer mehr vom Selben.

Es  ist gesund, nach einem Verlust seine Wunden zu lecken und einzusehen, dass es eine Weile weh tun wird – aber die Wunde wird heilen. Insbesondere nach einer Beziehung durchläuft man eine Weile lang so eine Art emotionalen Entzug. All diese Emotionen zu fühlen, zu verarbeiten und sie sich dann auch zu eigen zu machen anstatt vor ihnen davon zu laufen ist gesund. Natürlich kann das eine emotionale Achterbahnfahrt sein, doch irgendwann must du das hinter dir lassen und weitergehen.

Dazu musst du erkennen, dass du nicht deine Gefühle bist. Wenn du deine Aufmerksamkeit beständig von dieser Person oder diesem Etwas abziehen kannst und deine Erfahrung als eine emotionale „Entziehungskur“ betrachtest, musst du dich einfach nur beschäftigen und dem Sturm trotzen, bis die Gefühle verschwinden. Oder wie der Schriftsteller Saul Bellow in Der Regenkönig schreibt: „Die Zeit wurde erfunden, um dem Elend ein Ende bereiten zu können.“

Emotionen sind ja eine Aufzeichnung der Vergangenheit; wenn du also tagtäglich in diesen Emotionen lebst, kannst du nicht an eine neue Zukunft glauben (oder eine neue Zukunft sehen), weil du deine Zukunft durch die Brille der Vergangenheit betrachtest. Und übrigens – wie ich inzwischen weiß, kann dein Nervensystem neue Informationen, die nicht den von dir erlebten Emotionen entsprechen, nicht aufnehmen. Warum? Weil sie nicht relevant für dich sind, und deshalb ergeben Ratschläge von anderen für dich erst Sinn, wenn du dich an die Arbeit machst und die schmerzlichen Emotionen deiner Vergangenheit gegen eine höhere Emotion deiner Zukunft eintauschst.

Ganz wichtig dabei ist: Wenn du denkst, du bist deine Gefühle, dann wird das mit dem Weitergehen ziemlich schwierig. Um gegen diese Gefühle anzukämpfen, musst du jeden Tag aufstehen, an deinem Körper arbeiten, auf deine Gedanken achten, weiter meditieren und dich von deiner Vergangenheit fernhalten. Viele Leute meinen, wenn sie ihre Vergangenheit durchdenken oder analysieren, könnten sie ihre Probleme lösen; doch was man dazu wirklich braucht, ist die Weisheit aus der Beziehung und deiner Vergangenheit – und Weisheit ist Erinnerung ohne emotionale Ladung. Ich habe so viel Gehirnscans von so vielen Menschen (in Echtzeit) gesehen, die ihre Vergangenheit und ihr Leben analysieren und dabei eine aufwühlende Emotion haben – ihre Gehirne geraten dabei in einen immer schlechteren Zustand und werden immer inkohärenter, das weiß ich. Fazit ist: Wärst du davon überzeugt, dass es eine bessere Zukunft gibt, dann würdest du dich nicht in der Vergangenheit verirren und dort verloren gehen. Die Antwort auf all deine Fragen und Träume findest du außerhalb der Analyse, die sich in der Schublade deiner emotionalen Vergangenheit befindet.

Und wenn nun das Schlimmste, was dir jemals zugestoßen ist, das Beste wäre, was dir jemals passiert ist? Alle Möglichkeiten existieren ja im Quantenfeld als Potentiale – und wenn du nun erkennen würdest, dass du einfach nur das falsche Essen bestellt hast? Weinst du dann stundenlang am Tisch oder gibst du eine neue Bestellung auf? Warum nicht deine Lektion lernen, weitergehen und dir als nächstes ein „Happy Meal“ bestellen, also etwas Gutes, das dich glücklich macht?

Sobald du weitergehst und dich entscheidest, noch eine „Bestellung“ aufzugeben, ist dies das Sprungbrett ins Unbekannte. An diesem Punkt entscheidest du dich und fasst die feste Intention, dass es endlich vorbei ist und du einen Zyklus zu Ende gebracht hast. Diesen Willen braucht es um weiterzugehen – und ja, es gibt Aufs und Abs und Stimmungsschwankungen, die sich letztendlich zu guten und zu schlechten Tagen summieren. Doch wenn du jeden Morgen aufwachst und dir sagst: Ich bin dran, ich bin bereit, ich werde kreieren – dann wird sich das Unbekannte auf größere Weise zeigen, als du es dir mit deinem beschränkten menschlichen Geist je hättest vorstellen können. So entsteht Größe und Großes.

Warum also nicht von einer neuen Zukunft träumen anstatt von der Vergangenheit?

Hier gehts zu Teil I: Weitergehen und hinter sich lassen