Beten verändert alles - Dr. Joe Dispenza
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„Viele Menschen machen sich zwar die Intention ihres Gebetes zu eigen, aber nicht die damit zusammenhängende Emotion.“ – Dr. Joe Dispenza

Ich werde oft von Leuten gefragt, warum ihre Gebete anscheinend nicht erhört werden und sich nicht erfüllen. Um auf diese Frage eine Antwort zu finden, müssen wir uns zunächst einmal fragen: Was ist ein Gebet? Ein Gebet ist ein Gedanke mit einer zielgerichteten Intention, bei dem wir uns im Kopf ein bestimmtes Resultat vorstellen, um uns mit einer höheren Macht zu verbinden, die dabei helfen soll, das Gewünschte zu erreichen. Da Gebet und Glaube bzw. Gläubigkeit oft Hand in Hand gehen, lautet die nächste Frage: Was bedeutet glauben? Man könnte sagen, Glauben heißt, mehr auf Gedanken als auf alles andere zu vertrauen – mehr als auf aktuelle Zustände in unserer gegenwärtigen persönlichen Realität oder Herausforderungen in unserer Außenwelt. Hier kommt die Schnittstelle bzw. das Zusammenwirken von Glauben und Beten ins Spiel, um ein bestimmtes Resultat zu erreichen. Stehen wir vom Beten auf, als sei das gewünschte Ergebnis bereits eingetreten, befinden wir uns körperlich und geistig in der richtigen Verfassung – oder anders ausgedrückt: Wir sind in einem neuen Seinszustand. Doch nun wollen wir erst einmal kurz einen Schritt zurückgehen und den Prozess des Betens beleuchten.

Wir sehen beispielsweise in unserem Leben oder dem eines anderen Menschen bestimmte Umstände und Zustände, die anscheinend nicht erwünscht sind. Nehmen wir ein vertrautes Szenario vorweg, können wir entsprechend eine vorhersehbare Zukunft voraussagen, ja wir erwarten im Kopf das schlimmstmögliche Zukunftsszenario und empfinden dadurch auch die damit zusammenhängenden negativen Emotionen (die auf Stresshormonen basieren), noch bevor das tatsächliche Ereignis eintrifft. Jetzt nehmen wir ein zukünftiges Ergebnis auf Basis einer vergangenen Erfahrung vorweg. Wir geraten allerdings nicht durch das eventuelle Ergebnis aus der Fassung, sondern vielmehr durch die dazugehörigen Emotionen – Furcht, Angst, Frustration, Wut, Leiden, Traurigkeit oder Schmerzen. Und in solchen Zeiten wenden sich viele Menschen dem Beten zu.

Meistens nimmt ein Gebet als Gedanke im Gehirn seinen Anfang. Dieser Gedanke erzeugt dann einen Gedankenstrom. Das Gehirn ist eine Maschine, die Erwartungen und Vorwegnahmen erzeugt, und deshalb sehen wir in diesem Fall, wie sich eine wahrscheinliche Realität und ein besseres alternatives Resultat im Kopf entfalten. Dadurch stellen wir uns eine bessere zukünftige Erfahrung vor. Unser Gehirn mit seinen Verschaltungen ist von Natur aus auf Kreieren ausgelegt, das gelingt uns also von ganz alleine. Wir bezeichnen das als Intention. Als nächstes versetzen wir uns in das Szenario unseres Gebets und fühlen die Emotionen, die der Erfüllung dieses Gebetes entsprechen (der Gedanke im Kopf wird zur Erfahrung, und das Endprodukt dieser Erfahrung ist eine Emotion). Daraufhin leben Gehirn und Körper in der Zukunft – und das im gegenwärtigen Moment. Das gelingt uns Menschen so gut, dass wir die Emotion dieser Realität noch vor der betreffenden Erfahrung fühlen, denn wir kreieren automatisch Szenen und Bilder der potentiellen Erfahrung, die entsteht, wenn unser Gebet erhört wird und sich erfüllt.

Problematisch wird es, wenn wir die Augen wieder aufmachen und unsere Gebete nicht gleich erhört worden sind. Wir leben also zwar womöglich anfänglich, während wir beten, in der Emotion unseres Gebets, doch wenn wir wieder „zu Sinnen“ kommen, also in die Welt der Sinne zurückkehren und die Augen öffnen, sehen wir, dass unser Gebet noch nicht zur materiellen Realität geworden ist oder – noch schlimmer – scheinbar gar nicht erhört worden ist. Da beginnen dann Zweifel, Gefühle des Mangels und des Getrenntseins von genau dem, worum wir gebetet (und gebeten) haben, hochzukommen. Folglich geben wir uns noch mehr Mühe mit dem Versuchen, dem Beten, dem Erzwingen, dem Wünschen, dem Betteln, dem Hoffen, dem Flehen zu Gott, der Energie der Quelle oder wie auch immer wir die schöpferische Quelle von allem was ist nennen. Warum tun wir das? Weil eben dies die Folge des Getrenntseins ist. Unsere Sinne halten uns zum Narren, so dass wir glauben, wir seien von dem, was wir geschaffen haben, getrennt. Wir sind jetzt nicht nur von unserer Schöpfung abgespalten, sondern auch von eben jener Intelligenz, mit der wir uns doch eigentlich verbinden wollen.

Viele Menschen machen sich zwar die Intention ihres Gebetes zu eigen, aber nicht die damit zusammenhängende Emotion. Spüren sie das Gefühl bzw. die Emotion nicht, befinden sie sich wieder im Mangel, und jedes Mal, wenn das passiert, kreieren sie aus einem Zustand des Getrenntseins anstatt aus einem Zustand der Verbundenheit, Ganzheit, Liebe und Einheit heraus. Gedanken sind ja die Sprache des Gehirns und Gefühle die Sprache des Körpers; unser Denken und Fühlen erzeugt unseren Seinszustand. Geist und Körper stehen nun im Widerspruch zueinander. Der Geist hat zwar die Intention (Gedanken), doch der Körper (der das nicht fühlt) sagt: Es passiert nichts!

Wie können wir das ändern? Dazu müssen wir unser Herz wirklich öffnen und Dankbarkeit fühlen, so als ob unser Gebet bereits erhört worden sei. Warum? Weil Dankbarkeit der Zustand des Empfangens ist. Wir bedanken uns, wenn wir etwas bekommen bzw. bereits bekommen haben. Tun wir das richtig und oft genug, empfinden wir die Emotion unserer Zukunft, und je mehr wir sie spüren, desto stärker wird unser Körper auf dieses Gefühl konditioniert.

Jedes Mal, wenn wir vom Beten aufstehen, als sei unser Gebet bereits erhört und Wirklichkeit geworden, wir also die Erfüllung unseres Gebetes fühlen, lässt sozusagen als Nebeneffekt unser Versuchen, Erzwingen und Wollen nach, denn wir befinden uns in einem neuen Seinszustand. Wir haben gewissermaßen das Gefühl, das Gewünschte, um das wir gebeten und gebetet haben, ist bereits eingetreten.

Im Rahmen dieses Prozesses bewegen wir uns immer mehr auf die Ganzheit zu anstatt auf Mangel und Getrenntsein. Jetzt versuchen wir nicht mehr vorherzusagen, wann, wo oder wie unser Gebet erhört wird, denn wir haben das Gefühl, es ist bereits eingetreten. So schaffen wir Raum für das Unbekannte. Jetzt kann sich eine neue Möglichkeit, an die wir noch gar nicht gedacht haben, in unserer Realität manifestieren. So tun wir den Schritt von einem Leben in der Newtonschen Welt des Vorhersehbaren und Bekannten in die Quantenwelt des Unvorhersehbaren und Unbekannten.

In unserer Arbeit beten wir nicht, damit unsere Gebete erhört werden; wir stehen vielmehr auf, als seien sie bereits erhört worden. Dabei geht es darum, unabhängig von äußeren Bedingungen und Umständen zu bleiben. Unabhängig zu sein von Gewohnheiten der Vergangenheit und Emotionen, die im Körper gespeichert sind, welcher ja darauf programmiert wurde, der Geist zu sein, und diesen neuen Seinszustand auch unabhängig von der Zeit aufrechtzuerhalten bedeutet, die Illusion unserer Sinneswahrnehmungen hinter uns zu lassen und im Geist bzw. im Kopf eine ganz neue Wirklichkeit zu betreten. Kurz gesagt, geht es nicht so sehr darum, ein Gebet zu sprechen, sondern dieses Gebet zu leben.

In Teil II dieses Beitrags geht es darum, was es bedeutet, sich auf das Beten einzulassen, loszulassen und zu vertrauen.